Gemeindeblatt der Pfarre Pfarre St. OthmarSt. Othmar - Juli/August 2006

Die liturgische Haltung

Während der Eucharistiefeier gibt es verschiedene liturgische Haltungen, die ihre eigene Bedeutung haben und die wir uns, um sie auch geistig mit zu vollziehen, immer wieder vor Augen halten sollten. Einen wertvollen Schlüssel zum Verständnis dieser Haltungen liefert uns Romano Guardini, ein großer und vielseitig gebildeter Theologe des letzten Jahrhunderts.

Die Zeit der Ferien ist etwas ruhiger und wir finden vielleicht etwas mehr Zeit, uns zu sammeln. Da kann es sein, dass wir eine Kirche, sofern sie offen ist, betreten. "Wir machen ein Kreuzzeichen - aber kein hastiges, verkrüppeltes, bei dem man nicht weiß, was es bedeuten soll, sondern ein richtiges Kreuzzeichen, langsam, groß, von der Stirn zur Brust, von Schulter zu Schulter. Dann fühlst du: ganz umspannt es dich, Leib und Seele; nimmt dich zusammen, weiht dich, heiligt dich. Warum? Es ist das Zeichen des Alls - und ist das Zeichen der Erlösung. Am Kreuz hat unser Herr alle Menschen erlöst; die Geschichte der Welt. Durch das Kreuz heiligt er den Menschen, ganz bis in die letzte Faser seines Wesens."

Wir treten weiter in die Kirche ein. Es kann sein, daß wir müde und erschöpft sind und uns auf einer Bank niederlassen. Wir studieren einen Kirchenführer oder versuchen zu überlegen, was wir als nächstes unternehmen wollen. Jemand tritt an uns heran, ein Mensch, der uns etwas bedeutet - es ist selbstverständlich, daß wir aufstehen und diesen Menschen begrüßen. "Stehen bedeutet, daß ich mich zusammengenommen habe. Ich bin wach, aufmerksam, gespannt und auch bereit. Wer steht, kann einen Auftrag sofort ausführen, mit einer Arbeit beginnen, die ihr oder ihm zugewiesen wird."

Wir stehen in der Hl. Messe auf, wenn wir die frohe Botschaft hören. Wir stehen, wenn wir teilhaben an den Gebeten, die der Priester im Hochgebet an Gott richtet. Wir stehen beim Glaubensbekenntnis, weil wir zu unserem Glauben "stehen". Es stehen die Verlobten, wenn sie einander vor dem Altar ihr Ja-Wort geben.

Aber ich darf mich selber nicht zu wichtig nehmen. Gott ist immer größer. Um das auch leiblich zu erfassen, darf ich in die Knie sinken. Nicht deswegen, weil ich ein Nichts wäre vor Gott - im Gegenteil: ich darf vor Gott groß sein, aber gerade durch Gott. So darf der Kniende sprechen: "Ich bin dein Ebenbild, durch dich gedacht und geliebt und geschaffen, du mein Ur-Bild.

Wenn du die Knie beugst, lass es kein hastig-leeres Geschäft sein. Gib ihm eine Seele. Die Seele des Kniens aber ist, daß auch drinnen das Herz sich in Ehrfurcht vor Gott neige; in jener Ehrfurcht, die nur Gott erwiesen werden kann: daß es anbete. Wenn du in eine Kirche kommst, oder sie verlässt, oder am Altar vorbeigehst, und niederkniest, tief, langsam, dann soll dein ganzes Sein sprechen: Mein großer Gott...!"

Im kleinen Büchlein Guardinis findet sich kein Wort über die Haltung des Sitzens. Gibt uns das nicht zu denken?

Pfarrer Richard Posch

Veränderungen
Pastoralassistentin Bärbl Metz, die auf meinen Wunsch hin ihre Tätigkeit in der Pfarre St. Othmar mit 31. August beenden wird, setzt ihre Arbeit als Pastoralassistentin mit besonderen Befugnissen in der Pfarre Rodaun, Wien 23 fort. Sie hat sich dankenswerterweise dazu bereit erklärt ihre Dienste als Kommunionhelferin und Lektorin in St. Othmar weiterhin auszuüben, und, wie zu erfahren war, will sie auch die Fußwallfahrt nach Mariazell, eines ihrer Liebkinder, weiter organisieren. Ich wünsche ihr, dass es ihr gelingt, ihre vielfältigen Talente in die neue Pfarre, welche ihr neuer Arbeitsplatz sein wird, einzubringen und danke ihr auch für ihr kooperatives Verhalten - besonders in der für alle nicht einfachen Situation der letzten Wochen.

Diakon
Aller Voraussicht nach wird Neudiakon und Priesteramtskandidat Peter Ramsebner sein Diakonatsjahr bis zur Priesterweihe 2007 weiterhin in St. Othmar verbringen.

Veränderungen im PGR
Wie im letzten Gemeindeblatt angekündigt, fand am 27. Juni die letzte PGR-Sitzung des Arbeitsjahres 2005/2006 statt.
In den Pfarrgemeinderat neu aufgenommen wurde Ing. Werner Reichersammer, der sich inzwischen schon als "Haustechniker" von St. Michael bewährt hat. Ich heiße ihn herzlich willkommen und freue mich auf eine gute Zusammenarbeit.
Als neue stellvertretende Vorsitzende wurde mit großer Mehrheit Mag. Doris Frass gewählt, die schon als Mitarbeiterin im PGR-Vorstand, als Verantwortliche für die Firmvorbereitung und als Mitinitiatorin von Kunst im Karner sehr viel Gutes bewirkt hat. Für ihre neue Aufgabe wünsche ich ihr viel Kraft und Gottes Segen.
In den Vorstand hineingewählt wurde DI (FH) Gerhard Bachl, der letztes Jahr bereits als Vertreter für die Anliegen der Jugend in den PGR delegiert wurde und sich bisher bei der Firmvorbereitung als Firmbegleiter und als Jugendverantwortlicher (WIGA und Jugendlager) sehr positiv in das Pfarrleben eingebracht hat.
Die Sitzung wurde in bewährter Weise moderiert von Fr. Ingrid Klein, der früheren stellvertretenden Vorsitzenden, die bei dieser Gelegenheit offiziell aus dem Pfarrgemeinderat mit Dank verabschiedet wurde.

Sommerordnung
Bitte die geänderten Gottesdienstzeiten und Kanzleizeiten im Juli und August beachten:
Keine Vorabendmesse in St. Othmar, sondern in St. Michael um 18:30. Dafür keine Messe am Sonntag um 9:00 in St. Michael.
Die Kanzlei ist nur Dienstag und Donnerstag 9:00-12:00 geöffnet, Sprechstunde mit dem Pfarrer nach Vereinbarung.

Zu den Terminen von Juli/August 2006 hier...
Alte Gemeindeblätter und vergangene Termine finden sie im Archiv...


aktualisiert am 30-Juni-2006
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