Gemeindeblatt der Pfarre Pfarre St. OthmarSt. Othmar - Juli/August 2010

Pfarrer Richard Posch

Es scheint lange her zu sein, dass in unserer Diözese das Projekt "Apostelgeschichte 2010" ins Leben gerufen wurde. Auch das von Benedikt XVI ausgerufene Priesterjahr ist schon zu Ende gegangen. Es gab einfach sehr viel, das ans Licht kam, das nicht dazu passen wollte. Auf den ersten Blick. Immer wieder ist uns die Frage zwischen den Zeilen der verschiedenen unangenehm berührenden Artikel in vielen Druckmedien gekommen: Kann es das sein? Wohin bewegt sich unsere Kirche? Kann man noch ernst genommen werden, wenn man sich als Katholik, ja als Christ bezeichnet? Sind wir bereits voll im Abseits? Es kann gesprochen werden über eine Krise der Kirche, wie wir sie kennen. Wir können einen Blick machen auf das Kreuz. Nehmen wir zum Beispiel das Kreuz, das im Donaupark anlässlich des Katholikentages 1983 erreichtet wurde. Es ist bereits ziemlich rostig. Man war auch von Seiten der Diözese bereit, es abzureißen. Doch es gab Widerstand. Für viele Menschen ist gerade dieses Kreuz ein Zeichen für Kirche geworden, wie sie positiv in Erinnerung geblieben ist. Es gab viele lebendige Gemeinden und Gemeinschaften. Man gehörte zusammen. Es war damals eine ganz besondere Atmosphäre in Wien. Seitdem ist vieles anders geworden. Nicht nur wird viel weniger wohlwollend über Kirche in den Medien berichtet. Bei vielen, die die Zeit des Katholikentages 1983 miterlebt haben ist ein gewisser Schmerz da. Man konnte noch den Donaupark füllen und eine Hl. Messe feiern (auch bei Regen). Das Wiener Stadion konnte mit Jugendlichen angefüllt werden. Könnte man das heute? Wie könnte man zumindest klein anfangen? Wo sind die charismatischen Männer und Frauen heute? Können wir unseren Glauben feiern, und das in einer Weise, die Andere anspricht? Was will uns der Heilige Geist heute sagen?

RP

Geschichten aus dem Wienerwald - in Mödling?

Nach dem "Mysterienspiel" des Jedermann nun ein Stück Gesellschaftskritik aus den 30er Jahren. Das Anliegen des Autors Ödön von Horvath, gesellschaftliche Missstände und Doppelbödigkeiten aufzuzeigen, mag nach wie vor aktuell sein, auch wenn sich inzwischen Akzente verschoben haben. Horvath liefert wenig Erlösendes, es kommt in seinem Stück zu keiner wirklichen Befreiung aus den verschiedenen Teufelskreisen. Dem Zuschauer ist es aufgegeben, den christlichen Werten, die im Stück dann und dort genannt werden, befreiendes Leben einzuhauchen. Es sind die unangenehm berührenden Abgründigkeiten des "goldenen Wienerherzens", welche diesem Stück auch noch heute eine gewisse Explosivität verleihen, und es ist bezeichnend, dass die Rezeption dieses Stücks erst richtig nach 1968, diesem Jahr der gesellschaftlichen Umwälzungen, begann. Als Christ wird man sich bei Betrachtung des Stücks immer wieder fragen, auf welcher Seite Jesus stehen würde und sich an seine Worte erinnern, die er an jene richtet, die sich im Recht wähnen. Ich fühle mich auch erinnert an das Bild des Propheten Jesaja, der mitten in der Idylle eines Weinfestes der besseren Gesellschaft, in der Form eines zunächst harmlos klingenden Liedes den Bewohnern Jerusalems ihr unmoralisches und ausbeuterisches Verhalten vor Augen führt (vgl. Jes 5,1ff). So darf dieses Stück in unterhaltsamer Weise dazu einladen, uns selber zu befragen, wo die verschiedenen Charakterzüge der handelnden Personen zu finden sind. Wir dürfen uns auch fragen, wie die Handlung wohl verlaufen würde, wenn der Glaube in diesen Personen eine tragendere Rolle spielen würde.

Induktionsanlage

Seit Anfang Juni ist in der Bankreihe kanzelseitig während der Gottesdienste eine Induktionsanlage aktiviert. Es wird empfohlen, dass sich KirchenbesucherInnen mit Hörgeräten in die Bankreihen auf der Kanzelseite hinbegeben.

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aktualisiert am 26-Mar-2011
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