Hl. Pankratius


Hl. Pankratius, Kapelle bei Nöstach
Hl. Pankratius
Kapelle bei Nöstach

Pankratius wurde etwa um 290 in der heutigen Türkei geboren, vierzehnjährig starb er um 304 in Rom als Märtyrer. Sein Name bedeutet der alle Besiegende (griechisch). Er gilt als einer der Eisheiligen.

Die Legende erzählt, dass er als verwaister Sohn eines reichen Römers im Jahre 303 mit seinem Onkel Dionys in die Heimatstadt seines Vaters zurückkehrte und dort mit seinem ererbten Vermögen den verfolgten Christen half, besonders den um ihres Glaubens willen Gefangenen. Nach dem Tod des Onkels wurde Pankratius von einem der Verfolgungsbefehle Kaiser Diokletians erfasst und vor den Kaiser gebracht.

Der Vierzehnjährige ließ sich trotz aller Verlockungen nicht vom Glauben abbringen; daher wurde er öffentlich enthauptet und sein Leichnam Hunden zum Fraß vorgeworfen. Eine Christin barg diesen unter Lebensgefahr und setzte ihn in den Katakomben an der Via Aurelia bei. Über seinem Grab errichtete Papst Symmachus im Jahr 500 eine Kirche, an deren Stelle die heutige Kirche S. Pancrazio fuori le mura steht.

Sein Gedenktag ist der 12. Mai. Der Zusammenhang mit der Othmarkirche wird durch die Inschrift hergestellt, die über die Grundsteinlegung berichtet: im Jahr 1454 am Montag nach St. Pankratius, also am 13. Mai, wurde der Bau der heutigen Othmarkirche begonnen.

Pankratius gilt u. a. als Patron der Ritter und Adeligen, deshalb wurden ihm auch zahlreiche Burgkapellen geweiht, so zum Beispiel die Burgkapellen der Burg Mödling und der Burg Liechtenstein. Die Pankratius-Kapelle der Burg Mödling wird in einem Manuskript des Wiener Schottenstiftes vom Jahr 1476 erwähnt. Die Kapelle der Burg Liechtenstein stammt aus der Zeit um 1165, sie besteht noch heute.

Möglicherweise war das der Grund, dass der Baubeginn der Othmarkirche auf den Gedenktag von Pankratius bezogen wurde.

Weitere Informationen auf www.heiligenlexikon.de: Hl. Pankratius

Pankratius-Kapelle auf Burg Liechtenstein
Pankratius-Kapelle (12. Jht.) auf Burg Liechtenstein

In der Nähe von Nöstach (bei Hafnerberg) befindet sich die Ruine einer ehemaligen Pankratius Kirche. Die Kirche stammte aus dem 13. Jht., sie wurde 1784 entweiht und verödete daraufhin. Sie wurde nicht mehr benötigt, da 1745 die neue Kirche am Hafnerberg fertiggestellt worden war.

Ruine der Pankratius Kirche bei Nöstach
Kirchenruine St. Pankraz bei Nöstach / Hafnerberg
Ruine der Pankratius Kirche bei Nöstach

Unterhalb der Kirchenruine befindet sich eine Pankraz-Kapelle, die am 22. August 1987 von Abt Gerhard Hradil O. Cist. von Heiligenkreuz geweiht wurde. In der Kapelle befindet sich eine Darstellung des hl. Pankratius (Bild oben) mit folgender Inschrift:

+ ITEM ECCLESIAM IN ALTENMARCHT HABENT FRATRES
DE CELLA SANCTE MARIE
ET ILLAM ECCLESIAM APUT S. PANCRATIUM +
LONSDORFER CODEX, PASSAU UM 1260

Weiters befindet sich in der Kapelle ein schlichtes Holzkreuz mit folgender Inschrift:

ZUM GEDENKEN AN DIE OPFER DER TÜRKENBELAGERUNG
IM TRIESINGTAL 1529-1532 UND 1683

Eine Chronik berichtet über die Not zur Zeit der Türkenbelagerung 1683 (Inschrift an der Straße nach Hafnerberg):

Am Pankränzenberg Und auf der Nösta, wie auch auf dem Haffnerberg,
wo sich Überall die Leuth gewehrt haben Und verschanzet
seint aus der weiß Vill Totte Cörper gelegen.


In Gießen (Deutschland) bestand seit dem 13. Jht. eine dem hl. Pankratius geweihte Kirche, die ebenfalls auf eine Burgkapelle zurückging. Die Nachfolgekirche wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Im Jahr 1949 wurde eine von Otto Bartning geplante evangelische Kirche geweiht, die den alten Namen Pankratiuskapelle erhielt. Die evangelische Kirchengemeinde nennt sich Pankratiusgemeinde.


aktualisiert am 02-Okt-2012
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