Hochaltar

Der hl. Abt Othmar (um 690 - 759) steht verleumdet vor seinem Richter. Links im Vordergrund ist ein Mann zu erkennen, der die rechte Hand zum Meineid hebt, in der Linken hält er hinter dem Rücken einen Geldbeutel.

Rechts oben, unterhalb der Speerspitze, ist dargestellt, wie die Mönche den Leichnam des hl. Othmar von der Rheininsel Werd abholen, wo Othmar in der Verbannung starb. Der Turm der Insel ist deutlich zu sehen.

Der Maler des Bildes ist unbekannt. Das Patrozinium des hl. Othmar ist nachgewiesen in einem Heiligenkreuzer Grundbuch von 1440.

Der Altaraufbau ist ein Geschenk von Maria Theresia, wie die Inschrift von 1760 mitteilt (davor bestand seit 1689 ein anderer Aufbau):

AD
HANC IPSAM PRINCIPEM ARAM
QUAM
DEO:O:M:
IN MEMORIAM S:OTHMARI
MARIA THERESIA
HUNG.ATQVE BOH:REX ARCHID.AUST
POSUIT
CHRISTOPH:VIENN:ARCHIEP:
SACERD:COLLEGIUM,TOTA.QUE
MEDLINGENSIS;ECCLESIA
GRATI VOTA PERSOLVENT
ANNO DNI MDCCLX

Altarbild

In der Inschrift wird Kardinal Graf Christoph Migazzi von Waal und Sonnenthurn erwähnt, seit 1757 Erzbischof von Wien, der die Weihe das Altares vornahm. Kardinal Migazzi hat auch die ehemalige Kreuzkapelle gestiftet. Er war einst Besitzer des Hauses Elisabethstraße 2.

Die Wunderthettige Mutter Gottes

Das Gnadenbild Die Wunderthettige Mutter Gottes Maria Trost stammt aus der Zeit 1700 bis 1750. Die Darstellung ist angelehnt an die Gnadenstatue in der Wallfahrtskirche Mariatrost bei Graz. Links und rechts sind Anna und Joachim dargestellt, die Eltern Mariens. Das Bild befand sich früher auf dem Annenaltar und wurde 1775 auf den Hochaltar übertragen.

Man wollte den Franziskanern in Maria Enzersdorf Konkurrenz machen und am Pilgerstrom nach Mariazell teilhaben. In der Wallfahrtskirche Maria Enzersdorf befindet sich seit 1730 die Gnadenstatue Maria Hilfe der Kranken, eine Nachbildung der Mariazeller Gnadenstatue.
Siehe auch Marienbilder.

Es gab immer wieder Überlegungen, den Aufbau des Hochaltars zu entfernen, das Ostfenster in voller Höhe sichtbar zu machen und ein Glasbild einzusetzen, zum Beispiel im Zuge der Regotisierung vor 1900 und bei der Renovierung 1982. Dies hätte eine Rückkehr zur Lichtwirkung der Gotik bedeutet, die in dem von Pius II. errichteten Dom zu Pienza beobachtet werden kann. Da es sich bei Hochaltaraufbau um ein Geschenk Maria Theresias handelt, nahm man von dieser Umgestaltung Abstand.

1760 wurde ein steinernes Kommuniongitter aufgestellt. Es wurde 1980 aus der Kirche entfernt und dient heute als östliche Begrenzung des Kirchenplatzes (bei der Othmarstatue).

Altarraum St. Othmar
Der Hochaltar von St. Othmar

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