Kirchenplatz

Der Kirchenplatz wurde 1977 mit Konglomeratplatten aus Lindabrunn belegt und für den Autoverkehr gesperrt. Die Plasterung musste innerhalb kurzer Zeit zwei mal ausgeführt werden. Nach der ersten Fertigstellung wurde der Untergrund durch starke Regenfälle aufgeweicht, die Platten rutschten ab. Inzwischen sind die damals verlegten Steinplatten wieder sehr schadhaft geworden, so dass 2007 eine Neugestaltung des Kirchenplatzes durchgeführt wurde. Im Zuge dieser Arbeiten wurde ein begehbares Labyrinth angelegt. Alle Statuen am Kirchenplatz wurden restauriert.

1925 verwüsteten gewaltige Wassermassen bei einem Unwetter den Kirchenplatz und die Straßen Mödlings. Der Platz wurde saniert und am 1. Juli 1926 durch Stadtpfarrer Leopold Rögner gesegnet. Damals wurde auch die Stiege zum Mesnerhaus errichtet.

Im Süden sind noch Reste der im 15./16. Jht. errichteten Wehrmauer mit Schießscharten zu sehen. Ursprünglich befanden sich zwei Ringe von Wehrmauern um die Kirche, dazwischen befand sich ein Friedhof, der von Josef II. aufgehoben wurde.

Das Ölbergrelief aus Sandstein befindet sich an der Außenwand der Kirche, rechts vom Haupteingang.

Es entstand um 1500 (nach anderer Datierung schon um 1370, mehrmals überarbeitet) und war ursprünglich mit leuchtenden Farben bemalt und teilweise echt vergoldet.

Das Gebet in Getsemani
Sie kamen zu einem Grundstück, das Getsemani heißt, und er sagte zu seinen Jüngern: Setzt euch und wartet hier, während ich bete.
Und er nahm Petrus, Jakobus und Johannes mit sich. Da ergriff ihn Furcht und Angst, und er sagte zu ihnen: Meine Seele ist zu Tode betrübt. Bleibt hier und wacht!
Und er ging ein Stück weiter, warf sich auf die Erde nieder und betete, dass die Stunde, wenn möglich, an ihm vorübergehe.
Er sprach: Abba, Vater, alles ist dir möglich. Nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht, was ich will, sondern was du willst (soll geschehen).
Und er ging zurück und fand sie schlafend. Da sagte er zu Petrus: Simon, du schläfst? Konntest du nicht einmal eine Stunde wach bleiben?
Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Und er ging wieder weg und betete mit den gleichen Worten.
Als er zurückkam, fand er sie wieder schlafend, denn die Augen waren ihnen zugefallen; und sie wussten nicht, was sie ihm antworten sollten.
Und er kam zum dritten Mal und sagte zu ihnen: Schlaft ihr immer noch und ruht euch aus? Es ist genug. Die Stunde ist gekommen; jetzt wird der Menschensohn den Sündern ausgeliefert.
Steht auf, wir wollen gehen! Seht, der Verräter, der mich ausliefert, ist da.
(Mk 14,32-42)

Ölberg

Ein ähnliches, jedoch nicht bemaltes Ölbergrelief datiert mit 1522 befindet sich an der Südwand der Pfarrkirche St. Kunigunde von Brunn am Gebirge.

Pieta 1694

Die Pieta von 1694 stand ursprünglich vor dem Tor des Martinsfriedhofs (Waisenhauskirche), dann bei der Begräbnisstätte des Waisenhauses am Mödlinger Friedhof. 1978 wurde sie auf dem Kirchenplatz von St. Othmar aufgestellt.

Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala.
Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn!
Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.
Danach, als Jesus wusste, dass nun alles vollbracht war, sagte er, damit sich die Schrift erfüllte: Mich dürstet.
Ein Gefäß mit Essig stand da. Sie steckten einen Schwamm mit Essig auf einen Ysopzweig und hielten ihn an seinen Mund.
Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und gab seinen Geist auf.
(Joh 19, 25-30)

Die Johannes Nepomuk Statue (Sandstein, 1718) steht heute am Beginn des Restes der Wehrmauer, ursprünglich stand sie an der Brücke über den Wehrgraben (an der südöstlichen Ecke der heutigen Kreuzung Pfarr- und Kirchengasse).

Nepomuk Chronogramm

Das Chronogramm ergibt die Zahl 1718.

Johannes Nepomuk ist der Nepomukaltar in der Othmarkirche gewidmet.

Nepomukstatue
Kolomanstatue

Die Statue des hl. Koloman (Sandstein, 1710 bis 1740) steht an der Stiege hinter der Kirche, sie soll aus dem Schloss Laxenburg hierher gekommen sein. Er ist als Pilger dargestellt, mit einem Stock über der Schulter trägt er am Rücken sein Wanderbündel. (Nach Aufzeichnungen aus den 1920er Jahren des damaligen Baureferenten Rziha stellt die Statue den hl. Josef dar. Ebenso bezeichnet in einem Führer Mödling von A bis Z aus den 1960er Jahren.)

Koloman (+ 1012) ist der Patron von Stockerau und Melk, bis 1663 war er Patron von Österreich.

Information über den hl. Koloman...

Bildstock beim Karner Bildstock beim Karner

Neben dem Karner steht ein Bildstock aus der Zeit von 1450 bis 1520, der sich leider in schlechtem Zustand befindet. Er zeigt eine Kreuzigungsgruppe, eine Mariendarstellung und einen Bischof (Hl. Othmar?) in Halbreliefdarstellung. Am Pfeiler ist ein Stock mit Schwamm und eine Lanze mit Herz dargestellt.

Ursprünglich befand sich dieser Bildstock vor dem Wienertor, später an anderen Plätzen, 1978 wurde er auf dem Kirchenplatz aufgestellt.

Maria mit Kind

Am Pfarrhaus befindet sich ein Steinrelief von 1912, es zeigt Maria mit Jesuskind, umgeben von einer Fruchtgirlande.

Die über 3 m hohe St. Othmar Statue von Hubert Wilfan (Bronzeguss, 1983) steht östlich vor der Kirche. Mit erhobenem Stab stellt sich der Abt Othmar den Stürmen des Mittelalters und der Neuzeit entgegen.

Die Statue entstand auf Anregung des damaligen Patronatskommissärs Peter Nikolay. Sechs Künstler hatten Entwürfe eingereicht, der Entwurf von Wilfan wurde umgesetzt. Am 14. Mai 1983 segnete Kardinal König die Statue. Prof. Wilfan wirkte auch bei der Neugestaltung des Altarraumes der Othmarkirche mit.

ehemaliges Kommuniongitter

Das Steingitter, das den Platz vor dem Pfarrhaus nach Osten hin begrenzt, ist das ehemalige Kommuniongitter, das 1760 zugleich mit dem Hochaltar errichtet worden war und 1980 aus dem Altarraum entfernt wurde. Der Wappenstein stammt aus der Zeit 1982/83.

St. Othmar Statue
Labyrinth Seit 2007 befindet sich am Kirchenplatz ein begehbares Labyrinth, weitere Informationen hier...
An einigen Stellen in Mödling, z. B. neben der Othmarstatue und vor dem Pfarrheim, befindet sich am Boden dieses Zeichen. Es handelt sich um den Buchstaben N im Morse-Alphabeth (Strich Punkt), N steht für Peter Nikolay, Patronatskommissär zur Zeit der Renovierung der Othmarkirche. Morse N für Peter Nikolay
Sonnenuhr Sonnenuhr

Am dreieckigen Strebepfeiler der Südwand befinden sich zwei gotische Sonnenuhren aus Zeit 1530 bis 1600, eine nach Südost gerichtete für den Vormittag und eine nach Südwest für den Nachmittag. Die beiden Malereien wurden 1977 von Alfred Weiss restauriert.

An der Südwand in der Nähe des Haupteingangs befindet sich ein Grabmal. Es ist das letzte erhaltene Grabmal vom Friedhof bei der Othmarkirche. Auf den beiden Urnen befinden sich die Aufschriften

JOH. FRIED. FREŸHERR V. LOEHR

und

MAR. ELIS. FREYINN V. LOEHR

Auf der Tafel darunter befindet sich folgende Inschrift:

Grabmal Loehr
Joh. Friedrich Freÿherr von Loehr,
geboren zu Wezlar am 25ten Julÿ 1735,
kam im Jahre 1758 nach Wien.
Ward Applikationsrath in Prag, dann Hofrath in Wien,
Staatsrath, Geheimer Rath, Commandeur des k. Ung. St. Staphansordens,
Oberlandrichter u. Appellations-Praesident.
Vom Schlage geruehrt starb er hier in Moedling,
wo er sich zur Herstellung seiner Gesundheit befand,
am 1ten August 1795,
bieder, edel, rechtschaffen, von jedermann bedauert,
vorzüglich von seiner Familie.

Maria Elisabetha Freÿin v. Loehr geb. v. Guttenberg,
geboren am 1ten Julÿ 1738, vermaehlt 1764,
folgte ihrem Gemahle am 20ten November 1796,
gleich geachtet und gleich bedauert.

Errichtet im Jahre 1797 von ihren vier dankbaren Kindern.
Erneuert im Jahre 1815 von ihrem Sohne
Franz Freyherrn v. Loehr,
k. k. Kaemmerer, Hofrath u. Kanzleÿdirektor
des k. k. Oberst. Hofmeisteramtes.
Grabmal Pfr. Chrysostomus Praun

Die Inschrift des Grabmals von Chrysostomus Praun ist nicht mehr vorhanden. Praun war 18 Jahre lang als Pfarrer in Mödling tätig, er starb 1784.

Der Grabstein von Sewastian Oberndorfer, gest. 1541, befindet sich an der Außenmauer des südlichen Querschiffs.

Hier ligt begraben der edl und vest
Sewastian Oberndorfer zu Geislperg
... der gestorben ist am ...
im 1541 iar in got gnat

Grabstein Sewastian Oberndorfer
Grabstein Pfr. Konrad Steinbacher 1427

Ebenfalls an der Südwand, westlich des Haupteingangs, befindet sich der Grabstein von Pfarrer Konrad Steinbacher, er starb 1437 (nach anderer Quelle 1427). Der Stein stammt also noch von der Vorgängerkirche der heutigen Othmarkirche und ist einer der ältesten Grabsteine der Kirche.

Neben dem Karner befindet sich ein noch älterer, romanischer Grabstein. Die Inschrift ist nicht mehr erhalten. Der Stein war bei der frühgotischen Vorgängerkirche als Stufe im Boden eingemauert.

Romanischer Grabstein

In der nordwestlichen Ecke des Kirchenplatzes befindet sich ein Grab mit Türkenopfern mit folgender Inschrift:

HIER RUHEN DIE ÜBER-
RESTE MÖDLINGER BÜR-
GER, BEGRABEN NACH
DEN TÜRKENKRIEGEN
NÄCHST DER KIRCHE VON
ST. OTHMAR, BEI ERDARBEI-
TEN IM JAHRE 1925 AUF-
GEFUNDEN, WURDEN SIE AN
DIESER STELLE BEIGESETZT
R   I   P

Massengrab mit Türkenopfern

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