Verabschiedung von Kaplan Goran Jovicic
am 26. Juli 2009

Kaplan Goran Jovicic

Ein Jahr lang hat Goran Jovicic in unserer Pfarre St. Othmar als Kaplan gewirkt. Nun übernimmt er neue Aufgaben als Domkurat in St. Stephan und er wird sein Doktoratsstudium fortsetzen.

Am Sonntag, dem 26. Juli 2009 verabschiedete er sich im Rahmen des 10 Uhr Gottesdienstes von unserer Pfarrgemeinde. Wir durften die Sitztribünen und die Verstärkeranlage der "Jedermann"-Aufführungen nutzen und konnten den Gottesdienst am Kirchenplatz feiern. Das Wetter war wunderbar sonnig, gelegentlich sorgte eine Wolke oder ein Windstoß für Abkühlung.

Da Pfarrer Richard Posch urlaubsbedingt diesen Abschiedsgottesdienst leider nicht mitfeiern konnte, wurden seine an Goran gerichteten Abschiedsworte von Heidi Wimmer vorgelesen. Im Namen der Pfarrgemeinde verabschiedete sich Doris Frass als stv. Vorsitzende des Pfarrgemeinderats von Kaplan Goran. Als Abschiedsgeschenk erhielt er eine Sachertorte und einen Geldbetrag, der in der Pfarrgemeinde für ihn gesammelt wurde, er muss sich nämlich am Stephansplatz eine Wohnung einrichten.

Die Feier wurde durch ein Gesangsquartett und Gastorganist Michael Poklop musikalisch begleitet. Goran hatte sich moderne Lieder aus dem David-Liederbuch gewünscht. Bei der anschließenden Agape am Kirchenplatz gab es die Möglichkeit, sich persönlich von Goran zu verabschieden.


Lieber Kaplan Goran!

Ein Arbeitsjahr ist nun zu Ende gegangen, das für Dich einige neue Erfahrungen gebracht hat. Deine Sprachenbegabung hat es Dir ermöglicht, Dir die deutsche Sprache gut und sorgsam anzueignen, etwas, das von vielen in der Gemeinde anerkannt wurde. Außerdem wurde immer wieder lobend erwähnt, dass Du laut sprichst, etwas, das mir als Pfarrer weniger leicht fällt.

Du kommst aus einer Situation, wo die Katholiken eine relative Minderheit sind, die Geistlichen aber von vornherein eine große Wertschätzung erfahren. Hier ist es anders. Im Juni hat der Heilige Vater ein sogenanntes "Jahr des Priesters" ausgerufen, das anregen soll, über das Amt des Priesters in der katholischen Kirche nachzudenken. Von einer Pfarre mit nur 230 Gläubigen kann in Mödling nicht die Rede sein. Es sind Gott sei Dank mehr, die Sonntag für Sonntag die Hl. Messe mitfeiern und viele mehr, die in sonst einer Weise mit den MitarbeiterInnen der Pfarre in Berührung kommen.

Wie Du sicher feststellen konntest, werden viele Aufgaben von Männern und Frauen wahrgenommen, die ihren Dienst mit Hingabe ehrenamtlich leisten, darunter sind viele Dienste, die in anderen Diözesen, ich denke besonders an Polen, durch Priester geleistet werden. Das ist eine Herausforderung für uns Priester. In den 15 Jahren, in denen ich meinen Dienst in der Pfarrseelsorge geleistet habe, bin ich zur Erkenntnis gekommen, dass eine Pfarrgemeinde, wie etwa die von Mödling, ohne die Hilfe der vielen Ehrenamtlichen nur einen Bruchteil der vielen Aufgaben erfüllen könnte, die sie erfüllt.

So ist auch die Rolle des geweihten Priesters als dienende Rolle zu betrachten; nicht zuletzt kommt dies schon darin zum Ausdruck, dass alle Priester vorher zu Diakonen geweiht werden. Wenn wir sehen, wie sich viele Laien in ihrem Eifer für das Wohl der Gemeinde einbringen, dann soll das eine Anregung sein, dort am Ort wo wir sind, unsere Aufgaben wahrzunehmen und uns in diese Dienste hineinzuknien. Der Gedanke, dass wir dabei selber zu kurz kommen könnten, oder ausgenützt werden ist in so einer Aufgabe wenig hilfreich.

Das Beispiel des Pfarrers von Ars veranlasst den Heiligen Vater, das Feld der Zusammenarbeit zu betonen, das immer mehr auf die gläubigen Laien auszudehnen sei, mit denen die Priester das eine priesterliche Volk bilden und in deren Mitte sie leben, um Kraft des Weihepriestertums "alle zur Einheit in der Liebe zu führen, indem sie in Bruderliebe einander herzlich zugetan sind, in Ehrerbietung einander übertreffen".

In diesem Zusammenhang erinnert der Heilige Vater an die Ermutigung der Priester durch das Zweite vatikanische Konzil, "die Würde der Laien und die bestimmte Funktion, die den Laien für die Sendung der Kirche zukommt, wahrhaft zu erkennen..." Es heißt weiter: "Sie sollen gern auf die Laien hören, ihre Wünsche brüderlich erwägen und ihre Erfahrung und Zuständigkeit in den verschiedenen Bereichen des menschlichen Wirkens anerkennen, damit sie gemeinsam mit ihnen die Zeichen der Zeit erkennen können."

Wie ich bereits vorher erwähnt habe, ist die Wertschätzung des Priesters hierzulande nicht von vornherein gegeben, der Priester muss sie sich erarbeiten. Dabei wird es wichtig sein, zu entdecken, was mich trägt. Das Zentrum unseres Wirkens ist die Eucharistie. So können wir diesen Satz des Pfarrers von Ars sicher verinnerlichen: "Wie gut tut ein Priester, wenn er Gott allmorgendlich sich selbst als Opfer darbringt." Er war überzeugt, dass von der Messe der ganze Eifer eines Priesterlebens abhängt.

Ich wünsche Dir auf Deinem weiteren Weg, dass es dir gelingt diese Erkenntnis, die der Pfarrer von Ars gemacht hat, immer mehr zur eigenen werden zu lassen, dass Du Freude und Eifer für denen Dienst am Ort, wo Du eingesetzt bist, zeigst und es Dir so gelingt, Menschen für den Glauben zu gewinnen.

Dein Pfarrer Richard Posch


Abschied von Kaplan Goran Jovicic

Abschied von Kaplan Goran Jovicic

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Abschied von Kaplan Goran Jovicic

Abschied von Kaplan Goran Jovicic

Abschied von Kaplan Goran Jovicic

Abschied von Kaplan Goran Jovicic

Fotos: Franz Starnberger, Josef Müller


Im August 2008 kam Kaplan Goran in unsere Pfarre und stellte sich mit diesen Worten selbst vor:

Gestatten Sie mir, dass ich mich vorstelle: Mein Name ist Goran Jovicic, ich stamme aus Subotica (Serbien), wo ich am 11. Dezember 1979 geboren wurde.

Mein Studium von zwei Jahren Philosophie und vier Jahren Theologie habe ich Zagreb (Kroatien) absolviert. Am 29. Juli 2004 wurde ich in meiner Geburtsstadt von S.E. Dr. János Pénzes, Bischof von Subotica, zum Priester der römisch-katholischen Diözese von Subotica geweiht. Nachher habe ich in unserer Diözese vier Jahre als Kaplan gedient.

Ebenso würde es mich freuen, mich in tiefer führenden Studien der Theologie weiter entwickeln zu können und mein Deutsch zu verbessern.

Ich freue mich, dass Seine Eminenz Herr Kardinal Christoph Schönborn mir eine Möglichkeit gab, dass ich in der Erzdiözese Wien mein Deutsch verbessern kann und in einer Pfarre für eine bestimmte Zeit dienen kann. Ich freue mich, dass ich nach Mödling gekommen bin. Ich möchte gerne die Gläubigen hier besser kennen lernen und als Priester und Freund dienstbereit sein.

Kaplan Goran Jovicic, im August 2008


aktualisiert am 04-Aug-2009
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