2. Ökumenisches Forum am 28.4.2004

Am 19.1.2004 hat beim 1. Ökumenischen Forum in Mödling Pater Alois Riedelsberger das Sozialwort vorgestellt.
Damals schon wurde geplant dies nicht als singuläre Veranstaltung (in der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen) zu belassen. Es wurde vereinbart ein zweites ökumenisches Forum über "Arbeit, Wirtschaft und soziale Sicherheit in der Stadt und dem Bezirk Mödling" in der Pfarre Herz-Jesu in Mödling zu veranstalten. Dazu wurden auch Vertreter der umliegenden Pfarren eingeladen. Gekommen waren viele aus Wiener Neudorf, Pfarrer KR Walther Kratzer aus Brunn am Gebirge und der Gemeindeassistent Diakon Andreas Frank aus Neu-Guntramsdorf.

Über das 1. Ökumenisches Forum lesen sie bitte hier...
Allgemeine Informationen über die Weltgebetswoche und Ökumene hier...

Thema: 
Arbeit, Wirtschaft und soziale Sicherheit in der Stadt und dem Bezirk Mödling

Für das Impulsreferat konnte unser Bezirkshauptmann Hofrat Dr. Hannes Nistl gewonnen werden.
Er gab uns zunächst einen kurzen wirtschaftlichen Überblick über unseren Bezirk Mödling in Relation zum Land Niederösterreich:
Mödling ist der flächenmäßig der kleinste Bezirk aber der drittgrößte in Bezug auf die Bevölkerung und der mit der höchsten Bevölkerungsdichte. 1960 gab es bei der Wirtschaftkammer noch ca. 2500 Kammermitglieder, heute sind es bereits fast 9000. Seit 1993 gibt es um mehr als 50% mehr Betriebe im Bezirk. Jedoch ist die Arbeitslosigkeit im Bezirk doch auch sehr hoch. Vor allem bei unter 25jährigen (18% im Jahr 2003) und bei Akademikern aber auch Absolventen von mittleren Schulen.

Hier noch ein paar Indexzahlen, die Bezirkshauptmann Nistl nannte:
Wohnfläche für 2-Personen-Haushalte: 116 (d.h. um 16% größer als der Durchschnitt in Niederösterreich)
Wohnfläche für 5- bis 6-Personen-Haushalte: nur mehr 64
Bruttojahresbezug: 132
Heimplätze für behinderte bzw. ältere Mitbürger: 112
Kindergärtenplätze: 132
Kommunalsteuer: 204

An sozialen Einrichtungen gibt es im Bezirk 3 große Landespflegeheime, wobei die Betreuung möglichst lange daheim unter Mithilfe von Pflegediensten erfolgen soll. Für in Notgeratene gibt die Sozialhilfe im Bezirk Mödling ca. 1 Mio. Euro für ca. 3000 Personen aus. Als Problem nannte Dr. Nistl, dass die Ausbildungszeiten für junge Leute immer länger dauert und dies dadurch entweder für die Familien oder die Betroffenen ein Problem wird. Weiters gibt es ein Frauenhaus mit 30 Plätzen, dass leider immer voll belegt ist, dann Integrationswohnhäuser und Wohnungen mit etwa 100 Plätzen und das große Flüchtlingswohnheim in der Vorderbrühl. Anschließend wurden noch das Psychosoziale Zentrum, das Anton-Proksch-Institut und die Clearingstele der evangelischen Diakonie genannt.

Trotzdem oder vielleicht auch deshalb gibt es in Mödling viele Wohlstandsverlierer. "Spee Kills" wird dann vom Motivationsmittel zu einer Bedrohung. Viele halten das Tempo in der Arbeitswelt nicht mehr durch. Mit der Frage, ob nicht die EU-Erweiterung ab 1. Mai 2004 zusätzliche Probleme in Mödling aufwerfen wird, schloss Bezirkshauptmann Dr. Hannes Nistl sein Impulsreferat.

Nach dem Impulsvortrag versuchten die über 50 interessierten Christen im Theresiensaal dem vorgegebenen Motto gerecht zu werden und in 5 Diskussionsgruppen die folgenden drei Fragen zu konkretisieren:

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Hier die diskutierten Fragen mit den Ergebnissen aus den Gruppen:

1) Welches sind die Probleme, die behandelt werden müssen, gereicht nach a) Wichtigkeit und b) Dringlichkeit?

- Arbeitslosigkeit
- nicht bezahlte Arbeit fördern
- Verantwortung für unsere Jugend
- Familienzusammenhang fördern
- Berufsausbildung von jungen Leuten verbessern
- Druck auf die Alleinerziehenden nehmen
- Wohnungsnot
- Asylwerber
- kinderlose Paare
- Vernachlässigung der Jugend aus materiellen Gründen
- zu wenig Sensibilität für die wirklich Armen
- Umwelt- und Verkehrsbelastung

2) Welche Fragen sind auf politischer Ebene zu beantworten, welche können die Pfarren übernehmen, zu welchen Fragen braucht es Zusammenarbeit von politischen und kirchlichen Gemeinden?

Arbeitslosigkeit (Politik)
Jugendarbeit (Zusammen)
Alte und Kranke mit Bewusstseinsbildung Unterstützung (Pfarren)
Finanzielle Probleme der Familien (Politik)
Grundeinkommen für alle (Politik)

3) Welche Arbeitsschritte schlagen wir vor (wir - was - mit wem - bis wann)?

in den Pfarren:
- Nachbarschaftshilfe
- Generationen zusammenbringen
- Aktion "Leihoma/Opa"
- sozial Schwachen helfen
- Integration von Jugendlichen

Am Schluss der Diskussion wurde vereinbart eine eigene Projektgruppe zu bilden, die aus diesen mit den drei Fragen erarbeiteten Stichworten einen entsprechenden Fragen- und Forderungskatalog bis in den Herbst ausarbeitet.

Dieser soll dann bei 3. Ökumenischen Forum, am 20. Oktober 2004 um 19:00 Uhr im Pfarrsaal Wiener Neudorf, den Politikern präsentiert werden.


aktualisiert am 12-Jul-2012
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