Gebetswoche zur Einheit der Kirchen
Ökumenisches Forum am 24. Jänner 2007

Am 24. Jänner 2007 luden die Pfarren Mödlings im Rahmen der Gebetswoche für die Einheit der Christen zum "Ökumenischen Forum" ein, diesmal in der evangelischen Kirche in der Scheffergasse. Als Thema wurde der Bereich "Soziale Gerechtigkeit", insbesondere die Frage nach einer Grundsicherung für alle Österreicher, gewählt.

Ökumenisches Forum am 24. Jänner 2007
v.l.: Pfarrer Heine, Pfarrer Posch, Pater Adrian, Pfarrer Lintner

Um 19 Uhr 15 versammelte sich eine große Anzahl von Angehörigen der Pfarren Mödlings in der evangelischen Kirche, um miteinander einen ökumenischen Gottesdienst zu feiern. Diese Feier wurde von Pfarrer K. Heine und Pfarrer M. Lintner (evangelische Pfarrgemeinde), Pfarrer R. Posch (katholische Pfarre St. Othmar) und Pater Adrian (katholische Pfarre Herz Jesu) gestaltet. In seiner Predigt nahm Pfarrer Heine besonderen Bezug auf das "Sozialwort des Ökumenischen Rates der Kirchen Österreichs", das nach etwa vierjähriger Vorbereitungszeit am 27. November 2003 im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Im Anschluss an die Gebetsstunde versammelten sich die Zuhörer im sogenannten Lichthaus, wo Frau Mag. Margit Appel von der "katholische Sozialakademie" über das Thema "Grundsicherung oder Grundeinkommen ohne Arbeit" referierte.

In seinen Einführungsworten wies Pfarrer Dr. Heine darauf hin, dass die Forderung nach einer sozialen Grundsicherung - wie auch immer sie auszusehen habe - im Sozialwort des Ökumenischen Rates der Kirchen Österreichs enthalten sei. Ebenso gäbe es in der Heiligen Schrift mehrere Hinweise zu dieser Problematik, nämlich das Wort "Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen" und das Gleichnis von der Arbeit im Weinberg, bei der alle Arbeiter, egal, ob sie schon am Morgen oder erst eine Stunde vor Ende des Tages mit ihrer Arbeit begonnen haben, die gleiche Entlohnung erhalten haben.

Ökumenisches Forum am 24. Jänner 2007
Frau Mag. Appel während des Vortrags

Frau Mag. Appel ist ausgebildete Politologin. Ihr geht es vor Allem um die Armutsbekämpfung, wofür die Meinungsbildung in der Öffentlichkeit vordringlich erscheint, wobei der Begriff "Armut" nicht absolut darstellbar, sondern relativ nach den Gesellschaftsgruppen, in denen sich die Betroffenen befinden, zu definieren wäre. Zur Diskussion würden die Modelle "Bedarfsorientierte Grundsicherung" und "Bedingungsloses Grundeinkommen ohne Arbeit" stehen. Dabei seien die bisherigen Modelle der leistungspflichtigen (z. B. Arbeitslosengeld, Notstandshilfe) und leistungsfreien (z. B. Sozialhilfe, Pflegegeld) Sozialleistungen als Grundlage heranzuziehen. Frau Mag. Appel erklärte sich als engagierte Befürworterin des Modells des "bedingungslosen Grundeinkommens ohne Arbeit".

In der anschließenden Diskussion prallten doch einige gegensätzliche Meinungen aufeinander.

Im Anschluss an den Vortragsabend lud die evangelische Pfarrgemeinde noch zu einem kleinen Imbiss ein, wo in kleinen Gruppen noch eifrig weiter diskutiert wurde.

Text und Fotos: Fritz Wymlatil

Bedingungsloses Grundeinkommen. Eine theologische Annäherung hier...

Ökumenisches Forum am 24. Jänner 2007

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Ökumenisches Forum am 24. Jänner 2007

Ökumenisches Forum am 24. Jänner 2007

Überblick zur Ökumene in Mödling hier...


aktualisiert am 01-Feb-2007
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