Hl. Othmar


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Hl. Othmar
Hl. Othmar, Zunftfahne
der Weinhauer in Mödling
 
Die Gefangennahme des hl. Othmar
Die Gefangennahme des hl. Othmar
Altarbild der Kirche St. Othmar in Mödling;
rechts oben das Begräbnis des hl. Othmar

Der hl. Othmar ist der Patron der Pfarrkirche St. Othmar in Mödling. Sein Name bedeutet der durch Besitz Berühmte (althochdeutsch).

Geboren wurde er um 690, vermutlich in der Umgebung von St. Gallen in der heutigen Schweiz, er starb am 16. November 759 in der Verbannung auf der Insel Werd bei Stein am Rhein. Der Gedenktag des hl. Othmar ist am 16. November. Die Heiligsprechung erfolgte bereits 864 durch den Konstanzer Bischof Salomon I.

Das Bild rechts befindet sich auf der Zunftfahne der Weinhauer in der Kirche St. Othmar in Mödling. Es zeigt den hl. Othmar, mit Weinfässchen - es trägt die Jahreszahl 1755. Der hl. Othmar ist der Schutzpatron der Mödlinger Weinhauer. In einer Verordnung des Kaisers Ferdinand III. aus dem Jahr 1655 ist zu lesen:

Wir Ferdinand III. von Gottes Gnaden, ... bekennen öffentlich mit diesem Brief und tun kund, dass zu uns gekommen sind unsere getreuen Untertanen, die gesamte Hauerinnung von Mödling und berichten uns allergehorsamst, dass vor fast 200 Jahren und uralten Zeiten ihre Vorfahren, wie aus uralten vorhandenen Schriften und Bildern zu sehen, ihre ordentliche Zöch, Innung und Zusammenkünfte, auch den heiligen Gottesdienst gehalten und den heilgen Abt Othmar als ihren Schutzpatron gehabt haben. ...
Der zum Schutzpatron erwählte Abt Othmar soll es weiter bleiben und sein Festtag, der 16. November, soll mit Hochamt [Bericht 2006, 2009] gefeiert werden.

Der hl. Gallus, ein irischer Wandermönch, erbaute 612 eine Einsiedlerzelle. Nach seinem Tod entstand eine Ansiedlung von Mönchen, die sein Grab hüteten. Weitere Informationen auf www.heiligenlexikon.de: Hl. Gallus

Der in der Domschule von Chur erzogene Alemanne Othmar wurde nach seiner Priesterweihe 719 zum Vorsteher dieser Zelle des Gallus ernannt. Er ließ sich von Pippin als Abt bestätigen, baute die Zelle zum Kloster aus und führte eine Ordensregel ein, ab 747 die Benediktinerregel. Daher gilt er als zweiter Gründer St. Gallens.

Er baute das erste Haus für Aussätzige in der Schweiz und nahm Kranke, Blinde und Arme in einem weiteren Bau auf, wo er sie auch nachts selbst betreute.

Während seiner Zeit als Abt 719 bis 759 legten 53 Mönche die Ordensgelübde ab. Dem Kloster wurden reiche Güterschenkungen vermacht. Othmar fürchtete den wachsenden Reichtum seines Klosters und kleidete sich selbst einfach, ritt nur auf einem Esel statt auf einem Pferd.

Die Verteidigung der Rechte seines Klosters brachte ihn in Konflikt mit den fränkischen Gaugrafen Warin und Ruthard. Die Legende bezeichnet sie als teuflische Widersacher, die den Verleumdungen des Mönchs Lampertus (bzw. Lantpert, der zwar durch das Mönchsgelübte, nicht aber durch die Heiligkeit des Lebenswandels zu den Brüdern Othmars zählte) glaubten, Othmar pflege unsittlichen weiblichen Verkehr.

Othmar wurde von ihnen gefangen gesetzt (Altarbild der Othmarkirche), sollte von einem Tribunal unter Bischof Sidonius von Konstanz (dieser erhoffte sich Einfluss auf St. Gallen) zum Hungertod verurteilt werden, wurde aber zu lebenslänglicher Haft auf die Rheininsel Werd gebracht, wo er am 16. November 759 starb.

Um 830 verfasste der St. Gallener Diakon Gozbert die Vita sancti Otmari, die 834 bis 838 von Wahlafried Strabo überarbeitet wurde. Aus dem 9. bis 12. Jahrhundert sind 22 Handschriften der Vita sancti Otmari bekannt. Darin wird berichtet, dass man seinen Leib 10 Jahre nach seinem Tod unverwest fand und nach St. Gallen überführte, wo sich heute sein Grab befindet. Der Weg führte in einem Schiff über den Bodensee. Wahlafried Strabo schreibt:

Die Mönche holen den Leichnam des hl. Othmar
Die Mönche holen den Leichnam des hl. Othmar
Altar der Kirche St. Othmar in Mödling

Die Brüder stießen vom Ufer ab und vertrauten sich den unsicheren Gewalten des tiefen Sees an. Gleich darauf brach ein solcher Ansturm von Regen und Winden ein, dass sie kaum an ein Entrinnen glaubten.

Doch durch die wunderbare Fügung des allmächtigen Gottes geschah es, dass sogar die Elemente wahrnahmen, welch großen Mannes Reliquien dort überführt wurden. Denn der See, der ringsum vom regenschweren Unwetter aufgewühlt war und seine Wellen hoch aufwarf, bereitete den Ruderern überhaupt keine Mühe, sondern wohin immer das Schiff kam, vertrieb es die Winde und zerdrückte die heranbrausenden Fluten. Kein einziger Tropfen des allüberall heftig niederprasselnden Regens fiel ein.

Sogar die Kerzen, die zu Ehren des seligen Vaters beim Haupt und den Füßen hingestellt worden waren, verloren ihr anfängliches Licht solange nicht, bis sein Leichnam in das Kloster getragen wurde.

Noch ein anderes Wunder, das der Herr bei derselben Überführung des heiligen Leibes den frommen Brüdern offenbarte, bleibt zu erzählen. Als sie sich nämlich, ermüdet von der übermäßigen Anstregung des Ruderns, bei Anbruch der Essenszeit nach dem Lobgebet zusammensetzten, um durch körperliche Nahrung wieder Kräfte zu gewinnen, gedachten sie schließlich, dem gesegneten Mahl einen köstlichen Drunk beizufügen.

Doch der Diener sagte, an Getränken sei schon nichts mehr übrig außer dem, was in einer kleinen Flasche aufbewahrt wurde; davon könnte aber jedem eher nur zum Kosten als zum Trinken verabreicht werden. Da gedachten sie der Wunder des Herrn, wie er mit wenigen Broten zahlreiche Menschenmassen gespeist habe, und ließen vom wenigen, das sie hatten, allen Anwesenden mit Liebe spenden.

Und in wunderbarer Weise begann die Trinksame im Gefäß so zu wachsen, dass sie trotz ständigem Ausschenken um nichts abzunehmen schien. Erstaunt ob der unerhörten Neuigkeit, brachten sie dem Herrn und Geber alles Guten, der ihnen so wunderbar Genügen gewährte, Lob und schuldigen Dank dar.

Später wurde das Gefäß als Fässchen und das Getränk als Wein interpretiert, seither wird der hl. Othmar oft mit einem Weinfässchen als Attribut dargestellt. In späteren Jahrhunderten wurde dies manchmal so interpretiert, dass Othmar selbst ein Weinfässchen besessen hätte, das nie leer wurde, wie viel er auch selbst getrunken oder, in anderen Versionen, an die Armen abgegeben hätte. Dies entspricht aber nicht der ursprünglichen Beschreibung, wo Othmar als Asket beschrieben wurde. Othmar gilt nicht als Weinheiliger, dies ist der hl. Urban, ein Schüler des hl. Gallus.

Weiters wird berichtet, dass die vier Hauptschuldigen an Othmars Verbannung und Tod, die Grafen Warin und Ruthard, der Verleumder Lampertus sowie der ungerechte Richter Bischof Sidonius, schwer erkrankten und elend zugrunde gingen. Das wurde als Beweis für die Schuldlosigkeit und Heiligkeit Othmars gedeutet. Das Siechtum des Lügenknechtes Lampertus wurde etwa so beschrieben:
Deshalb packte alsbald die göttliche Rache Lantpert. Fiebrige Erschütterungen durchwühlten ihn, die Lebenskraft der Glieder begann zu erschlaffen, und er wurde allmählich zum Krüppel. Wie so alle seine Glieder die Geradheit und die natürliche Form einbüßten und sein Kopf nach Art der Vierfüßer zum Boden geneigt war, gestand er, dass er gegen den Heiligen Gottes gesündigt habe.

Othmars Verehrung verbreitete sich schnell. In zahlreichen mittelalterlichen Martyrologien, Litaneien, Kalendarien, Brevieren und Missalen fand er Berücksichtigung.

Wasser, Öl und Kinderkleider werden in seinem Namen geweiht und sollen gegen Kinderkrankheiten helfen. Wenn ein schwer krankes Kind nicht zu einem Ort gebracht werden konnte, wo Othmar verehrt wurde, so wurden zumindest Kleider dieses Kindes dorthin gebracht. Die Kleider wurden dann dem Kind wieder angezogen und sollten auf diese Weise die Heilung bewirken. Die Othmars-Kittelchen wurden kranken Kindern neun Tage lang angezogen, was die Genesung bewirken sollte.

In Attenhausen bei Augsburg liegen Reliquien, zahlreiche Wunder seien geschehen, seit 1750 gibt es eine Wallfahrt.

In der Schweiz befinden sich 30 Kirchen oder Kapellen, die dem heiligen Othmar geweiht sind, in Deutschland sind es 47, je eine in Italien (Moggio-Udinese) und Ostafrika (Süd-Tanganika).

Othmarkirchen in Österreich:

Am 2. Juli 1798 besuchte der St. Gallener Abt Pankratz Vorster die Mödlinger Othmarkirche von Wien aus. Er schreibt in seinem Tagebuch:
"Wahlfahrtete ich nach Mödling zu dem heiligen Vater Othmarum. In diesem Marktflecken ist unser Heilige der Kirchenpatron; woher dieses gekommen wusste mir Hr. Pfarrer nicht zu sagen. Es sey uralt, war alles, was er wusste. Dieser Ort liegt 4 Stunden von Wien zwischen Larschtenburg und Schönbronn. Morgen um 4 Uhr ging ich zu Fuss hin. kam nach 8 Uhr an, machte meine Andacht, las die hl. Mess, nahm beim Pfarrer eine Ciocolata, kehrte zurück, speiste bei der Teufelsmühle zu Mittag, und traf um ½ 6 Uhr zu Hause voller Schweiss an, denn es machte entsetzlich warm."

Literatur: Sankt Otmar in Kult und Kunst von Prof. Dr. Johannes Duft, Stiftsbibliothekar, St. Gallen 1966

Weitere Informationen:
www.heiligenlexikon.de: Otmar von St. Gallen
Wikipedia: Otmar von St. Gallen
Stiftsbibliothek St. Gallen: Otmar-Wunder


Hl. Othmar (Holz, vor 1900)
 
Othmarstatue am Kirchenplatz
(Hubert Wilfan, Bronzeguss, 1983)

Hl. Othmar

St. Othmar - Patronus Medeligensis (1960)

Relief am Gebäude der Volksbank
in Mödling


Wie St. Othmar dem hl. Wolfgang
im Schlafe erscheint u. verkündet,
daß er einige Zeit das Bisthum
Regensburg regieren und zu
Pupping in seiner Kirche ster=
ben wird.

(St. Wolfgang am Wolfgangsee)

Der hl. Wolfgang starb 994 in der Othmarkirche in Pupping bei Eferding in Oberösterreich. Weitere Informationen auf www.heiligenlexikon.de: Hl. Wolfgang

Der hl. Othmar erscheint dem hl. Wolfgang

Hl. Othmar

Glasfenster bei einer Apotheke in Mödling, die schon zur Zeit Beethovens bestand (nachgewiesen seit 1807)


In der Herzoggasse in Mödling befindet sich der "Othmarhof", ein Renaissance-Gebäude aus dem 16. Jahrhundert. Auf dem Torbogen ist die Jahreszahl 1564 zu lesen, unter einem Fenster die Zahl 1566. Weiters befindet sich an der Außenfassade eine Darstellung des hl. Othmar von 1896, leider nicht sehr gut erhalten.

Hl. Othmar am Othmarhof
Othmarhof in Mödling

St. Otmar in Klein-Pöchlarn St. Otmar in Klein-Pöchlarn
St. Otmar in Klein-Pöchlarn (Foto: Alphart)

St. Otmar in Klein-Pöchlarn
St. Otmar in Klein-Pöchlarn (Foto: Alphart)

St. Otmar in Klein-Pöchlarn
Othmar-Kapelle in Gloggnitz

Othmar-Kapelle in Gloggnitz
Othmar-Kapelle in Gloggnitz


aktualisiert am 23-Feb-2017
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