Kirche

Die Segnung der restaurierten Dreifaltigkeitssäule: Ein bedeutendes Ereignis für Mödling

Nach einer umfassenden Restaurierung durch die Werkstätte von Heinz Meisnitzer zwischen Herbst 2007 und September 2008 erstrahlte die Dreifaltigkeitssäule in neuem Glanz. In akribischer Detailarbeit wurde die Säule in etwa 500 Einzelteile zerlegt, restauriert und wieder aufgebaut. Am 19. Oktober 2008 fand die feierliche Segnung durch Pfarrer Richard Posch und Superintendent Paul Weiland statt.

Feierliche Segnung und Beteiligung der Gemeinschaft

Am Morgen des 19. Oktober versammelten sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger Mödlings auf dem Freiheitsplatz, um der Segnung beizuwohnen. Neben Bürgermeister LAbg. Hans Stefan Hintner waren auch Nationalratspräsident Michael Spindelegger, Vertreter des Roten Kreuzes und der Feuerwehr sowie lokale Politiker anwesend.

Der Festakt begann mit Liedern zu Ehren der Dreifaltigkeit, darunter „Herr, ich glaube, Herr, ich hoffe“ und „Nun lobet Gott im hohen Thron“. Besonders eindrucksvoll war die Prozession zur Othmarkirche, bei der in der Allerheiligenlitanei jene Heiligen angerufen wurden, die an der Säule dargestellt sind: die Gottesmutter Maria sowie die Pestheiligen Rosalia, Sebastian, Karl Borromäus und Franz Xaver.

In seiner Predigt thematisierte Superintendent Weiland die Dreifaltigkeit anhand eines mathematischen Vergleichs: Während 1 + 1 + 1 drei ergibt, bleibt das Ergebnis bei 1 × 1 × 1 eins – ein anschauliches Bild für das christliche Konzept der Einheit in der Dreifaltigkeit.

Ehrungen und musikalischer Rahmen

Nach dem Gottesdienst lud die Stadtgemeinde zu einem Festakt und Frühschoppen auf dem Freiheitsplatz ein. Dabei wurden zahlreiche Personen gewürdigt, die zur Restaurierung dieses historischen Bauwerks beigetragen hatten. Als Zeichen des Dankes erhielten die Geehrten eine Urkunde und das „Goldene Mödlinger Maurerfäustl“. Musikalisch umrahmte die Bigband der Beethoven Musikschule unter Leitung von Bernhard Zingler die Feierlichkeiten.

Ein besonderes Highlight war das Einsetzen der goldenen Kugel, die von Gottvater in der linken Hand gehalten wird. Diese Kugel enthält Dokumente und einen USB-Datenträger mit Informationen zur Restaurierung – eine Botschaft an zukünftige Generationen.

Historische Bedeutung der Dreifaltigkeitssäule

Die Dreifaltigkeitssäule, auch Pestsäule genannt, wurde als Dank für das Ende der Pestepidemie von 1713 errichtet, die in Mödling etwa 90 Todesopfer forderte. Der Grundstein wurde am 21. Mai 1714 unter Kaiser Karl VI. gelegt. Der Bau diente nicht nur als religiöses Symbol, sondern auch als Zeugnis des gemeinsamen Glaubens und der Solidarität der Mödlinger Bürger.

An der Säule sind die Gottesmutter Maria und die Pestheiligen Sebastian, Rochus, Karl Borromäus, Franz Xaver und Rosalia dargestellt. Diese Heiligen standen für Schutz und Fürbitte in Zeiten von Not und Krankheit.

Ein Denkmal für die Zukunft

Die feierliche Segnung der restaurierten Dreifaltigkeitssäule und die damit verbundene Feierlichkeit waren nicht nur ein Akt des Glaubens, sondern auch ein Ausdruck der Wertschätzung für das kulturelle Erbe Mödlings. Die sorgfältig dokumentierte Restaurierung und die in der goldenen Kugel hinterlegten Informationen verbinden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und halten die Bedeutung dieses einzigartigen Denkmals lebendig.

Möchten Sie mehr über die Geschichte Mödlings und seine Denkmäler erfahren? Besuchen Sie unseren Blog und tauchen Sie ein in die faszinierende Vergangenheit dieser historischen Stadt!

Avatar

Glockner Swen